Die Tunesier unterscheiden sich sowohl in ihrem Aussehen als auch in ihrer Kultur von den anderen arabischen Ländern. Das liegt an der Einwanderungsbevölkerung  aus unterschiedlichen Gebieten wie Arabien, Frankreich, Türkei, Spanien und den westlichen Berbergebieten, die in den letzten Jahrhunderten nach Tunesien kamen. Diese Unterschiede spiegeln sich in Kunst, Bauwerke, Geschichten und Erzählungen sowie in der tunesischen Küche wider.

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Architektur

Architektonisch haben sich in Tunesien nordafrikanische und europäische Baustile mit arabischen Bauformen gemischt. Gerade aus dem Zeitalter der Römer sind im Land mehrere Bauten vorzufinden wie etwa die Ruinen von Sbeitla oder der Mosaikstil, der in Tunesien immer noch weit verbreitet ist.

Die arabischen Ausdrucksformen in der Architekturgeschichte zeigen sich in orientalischen Bauwerken in Sfax und Sousse sowie Palaststädte (Qasr al-Qadīm). Auch die Moscheen und die sogenannten Ribate (Grenzbefestigungen) stammen von den Arabern.

Die heute wichtigsten Moscheen Tunesiens sind die Hauptmoschee in Kairouan und die Ez-Zitouna-Moschee in Tunis. Durch den Einzug spanischer Truppen im 16. Jahrhundert, sind auf der Insel Djerba sowie in mehreren Hafenstädten spanische Festungen entstanden. Aus der Koloniezeit der Franzosen stammen zahlreiche Villen in der Stadt Karthago.

 

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Literatur

In Tunesien wird die Literatur größtenteils in arabischer Sprache verfasst. Aufgrund der französischen Kolonialmacht in der Vergangenheit, gibt es auch französischsprachige Literatur in Tunesien. Heute sind etwa ein Drittel der Literatur Kinderbücher. Bekannte und bedeutsame Autoren Tunesiens sind Abu al-Qasim asch-Schabbi, Moncef Ghachem und Mahmoud Messadi.

 

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Musik

In Tunesien ist die Musik sehr facettenreich und reicht von einer Mischung aus arabisch-andalusischen Liedern bis hin zu  arabischer und westlicher Musik. Die andalusische Musik kam im 15. Jahrhundert mit den spanischen Einsiedlern ins Land. Die erfolgreichste klassische Musikrichtung ist der Malouf, der von kleinen Orchestern gespielt wird.

Abgesehen von der Instrumentierung unterscheiden sich städtische und ländliche Musik kaum.
Die beliebtesten Instrumente Tunsiens sind Saiteninstrumente wie das Rebec, der Oud und das Kanun sowie die Darbouka. In ländlichen Regionen und bei den Beduinen werden üblicherweise Perkussion-Blasinstrumente wie der Mezwed und die Gasba gespielt.

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Kunst

Im Kunsthandwerk, das auch ökonomisch gesehen einen zentralen Stellenwert in Tunesien hat, wirken etwa 300 000 Menschen mit. Besondere Bedeutung hat hier das Töpfern und die Produktion von Fayence. Des Weiteren befinden sich die bekanntesten Mosaiken der Welt im Nationalmuseum von Bardo. In der Gegend von Kairouan befindet sich der Hauptsitz der tunesischen Teppichknüpferei. Weiterhin ist Tunesien für die sogenannten Babuschen (Schuhe) und den silbernen Münzschmuck bekannt.

Auch Kunstliebhaber kommen in Tunesien auf ihre Kosten. Im Zuge der historisch bedeutsamen Ereignisse hat sich das künstlerische Schaffen inzwischen gewandelt. Gerade die zeitgenössische Kunst erlebt in Tunesien seit dem Sturz von Ben Ali eine Renaissance. Überall im Land gibt es künstlerische Initiativen sowie Ausstellungen, die der bis hierin eher schüchternen Kunstszene neues Leben einhauchen.

Eine bekannte internationale Ausstellung ist die Chkoun Ahna, die nicht nur Werke tunesischer Künstler, sondern der ganzen arabischen Welt und Diaspora präsentieren. Wichtig ist den Veranstaltern lediglich ein Bezug zur Geschichte von Tunesien. Derweil erlangen tunesische Künstler wie Nadia Kaabi-Linke, Mouna Karray, Fakhri El Ghezal, Nicene Kossentini oder Ismail Bahri zunehmend an weltweiter Bekanntheit. Ausgestellt wird im Musée national de Carthage, wobei zahlreiche Ateliers mit ihren Werken ebenfalls von der Geschichte des Landes erzählen.

 

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Sport

Fußball ist die beliebteste Sportart der Tunesier. Sie wird am meisten ausgeübt und am häufigsten von allen Sportarten von den Medien verfolgt. Gefolgt wird der Fußball von Taekwondo, Handball, Volleyball, Judo und Karate.

Im Fußball hat die tunesische Nationalmannschaft bislang an vier Weltmeisterschaften teilgenommen (1978, 1998, 2002, 2006). Allerdings schied sie immer in der Vorrunde aus. An den afrikanischen Fußballmeisterschaften nahm die tunesische Nationalmannschaft 13 Mal teil, wobei sie 2004 Afrika-Meister wurde. 1963 gewann Tunesien den Titel im Arab Cup im Libanon. Bekannte Fußballer Tunesiens sind
Zoubaier Baya, Yassine Chikhaoui und Hatem Trabelsi.

 

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Medien

In Tunesien gibt es zwei öffentliche Fernsehsender, die Télévision Tunisienne 1 und Télévision Tunisienne 2 heißen. Hannibal TV und Nessma TV gehören zu den Privatkanälen des Landes. Radio Tunis, Radio Tunisie Culture, Radio Jeunes und RTCI sind nationale Radiostationen. Es gibt auch lokale Radiosender (Gafsa, El Kef, Monastir, Sfax, Tataouine). Im Privatradiobereich gibt es bislang die Sender Mosaïque FM in Tunis, Jawhara FM in Sousse und Zitouna FM.

Des Weiteren werden zahlreiche Tageszeitungen und Zeitschriften veröffentlicht, die zum größten Teil von privaten Verlagen stammen. Auch hier haben die Medien Meinungs- und Pressefreiheit. Die Medien äußern sich hauptsächlich in arabischer Sprache. Lediglich ein kleiner Teil wird auf Französisch übersetzt.

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